Der digitale Euro wird zum Flop

Shownotes

Der digitale Euro soll Europas Antwort auf Kryptowährungen sein – doch schon jetzt wirkt das Projekt veraltet. Zu langsam, zu stark reguliert und am Bedarf vorbei, findet Thomas Mayer, Gründungsdirektor des Flossbach von Storch Research Institute. Er fragt sich: Droht der nächste große EU-Flop?

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00:00:02: Der digitale Euro wird zum Flop.

00:00:19: Doch schon jetzt wirkt das Projekt veraltet.

00:00:22: Zu langsam, zu stark reguliert und am Bedarf vorbei findet Thomas Meyer Gründungsdirektor des Flosbach von Storch Research Institute.

00:00:31: Er fragt sich – droht der nächste große EU-Flop?

00:00:35: Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, schleiht das Projekt einer digitalen europäischen Zentralbankwährung voran.

00:00:43: Seit vergangenem November ist das Eurosystem – Der Zusammenschluss der Zentralbanken des Euroraums – dazu übergegangen die möglichen Eigenschaften und Infrastruktur des digitalen Euros zu testen.

00:00:56: Gleichzeitig ringt die EU-Gesetzgebungsmaschine dieses Jahr um die rechtlichen Rahmenbedingungen.

00:01:03: Im Lauf des Jahres, im

00:01:05: Jahr-Zw.A.,

00:01:06: soll der digitale Euro dann schließlich eingeführt werden?

00:01:10: Der zeitliche Krieggang und das was bisher über die wahrscheinliche Ausgestaltung der Digitalwährung bekannt geworden ist, lassen erwarten dass das Projekt nach der Lizzerbondstrategie von zweitausend Wettbewerbsfähigs der Wirtschaftsraum der Welt und dem Green Deal der Klimaneutralität bis zu zweitausendfünfzig zum nächsten Flop der Europäischen Union werden dürfte.

00:01:34: Denn während der nächsten drei Jahre durfte sich die Szene der digitalen Währungen so dynamisch weiterentwickeln, dass sie jetzt im Schneckentempo vorankriechenden EU-Regulierungen bis dahin schon wieder veraltet sein dürften.

00:01:48: Nötig wäre jetzt ein allgemeiner Ordnungsrahmen in dem Raum für Anpassungen in der Zukunft besteht.

00:01:54: Außerdem scheinen die EU-Behörden unter dem Druck der Bankenlobby, die Geldhaltung in digitalen Euros bekannt als Wallets auf höchstens dreitausend Euro begrenzen zu wollen.

00:02:05: Da ein Wallet bei Entlehrungen in Echtzeit nach dem Wasserfallprinzip aus einem Bankkonto aufgefüllt werde, so heißt es, könne der digitale Euro trotz des Limits auch für große Zahlungen genutzt werden.

00:02:18: Aber wer braucht schon einen digitalen Euro für Zahlungen im Jahr twenty-neunundzwanzig, wenn im Eurorom schon jetzt sehpaar sofort Überweisungen möglich sind?

00:02:28: Und wenn in den USA Dollar Stablecoins für grenzüberschreitende Zahlungen ebenfalls schon heute bereitstehen.

00:02:36: Niemand!

00:02:38: Dagegen wären viele Bürger und Unternehmen froh, wenn sie als Alternative zu privaten Bank einlagen, Zentralbankgeld direkt halten könnten….

00:02:47: Noch ist die Erinnerung an die Finanzkrise von two-tausend acht, zwei tausend neun und die Euro-Krise von zwei taussend zehn bis zweitausend zwölf nicht vollständig verblasst.

00:02:57: Als Banken zu kippen uns die dort liegenden Einlagen verloren zu gehen droht.

00:03:04: mancher Hortete in dieser Zeit.

00:03:06: Bargeld und größere Vermögensverwalter spielten mit dem Gedanken eine Banklizenz zu erwerben um Geld von der Zentralbank verwahren zu lassen.

00:03:15: Die Begrenzung des Wallets für den digitalen Euro dient nur dazu, das Monopol der Banken auf digitales Geld zu schützen.

00:03:23: Banklobbyisten verweisen darauf, dass die Wirtschaft in Europa von Bankkrediten abhängig ist.

00:03:29: Würde den Bürgern erlaubt, Geld in von der Europäischen Zentralbank emittierten digitalen Euros zu halten gingen den Banken die Einlagen verloren, die sie für die Kreditvergabe brauchten?

00:03:41: Dieses Argument ist aus zwei Gründen falsch!

00:03:45: Erstens schaffen die Banken Einlagen selbst, indem sie Kredite vergeben und dem Schuldner das geliehene Geld auf einem Konto gut schreiben.

00:03:54: Bankengeld ist also ein Finanzierungsinstrument, dass sich von anderen nur dadurch unterscheidet, dass die Bankeparität zum Zentralbankgeld garantieren.

00:04:04: Zweitens könnten Banken von der EZW-imitierte digitale Euros in Einlagen sammeln und daraus Krediten vergeben Also das tun, was sie oft vorgeben aber nicht wirklich tun.

00:04:17: Im Übrigen neigen die Banken dazu ihre Rolle für die Wirtschaft zu überschätzen.

00:04:22: Sie sind wichtig für die Finanzierung von Immobilien und kleineren Krediten an die gewerbliche Wirtschaft und Konsumenten Aber für Innovationen- und Wirtschaftswachstum braucht es die Kapitalmärkte.

00:04:36: Der Text entstammt der regelmäßig erscheinenden Kolumne von Thomas Meyer in der Wochenzeitung Welt am Sonntag.

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