Warum der Rente ohne Reform der Kollaps droht

Shownotes

Die Deutschen werden immer älter. Zu wenige Junge kommen nach. Für ein umlagefinanziertes Rentensystem ist das ein Problem.

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00:00:02: Warum der Rente ohne Reform, der Kollaps droht.

00:00:07: Der Flosbach von Storch Podcast Die Deutschen werden immer älter Zu wenige Junge kommen nach.

00:00:14: Für ein umlagefinanziertes Rentensystem ist das ein Problem.

00:00:20: Sorgen frei den Ruhestand genießen Den meisten Rentnern.

00:00:24: heute ist es in Deutschland vergönnt.

00:00:27: Genau so hat es der sogenannte Generationenvertrag vorgesehen Ein Vertrag, der zwar niemals ratifiziert wurde.

00:00:34: Aber doch zum unverrückbaren Wertekonstrukt, denn Nachkriegspolitik hierzulande gehört.

00:00:49: Die Erwerbstätigen – die Jungen – zahlen seither für die Renten der Alten in die gesetzliche Rentenkasse ein und hoffen dass ihre Kinder es ihnen später gleich tun werden.

00:01:00: Eine Abmachung zwischen den Generationen.

00:01:03: So sollte es auf ewig sein.

00:01:05: Ähnlich funktioniert das Rentensystem in anderen Euro-Staaten, in Spanien beispielsweise.

00:01:12: Das Problem ist – dass Gesellschaften sich verändern!

00:01:15: Dass heute weniger Kinder geboren werden als in den neunzehntetfünfziger Jahren und die Menschen deutlich älter werden.

00:01:22: Dass es im Ergebnis in den Industriestaaten heute in Relation viel mehr Alte gibt als früher und weniger Junge also mehr Rentenempfänger und weniger Zahler.

00:01:34: Der sogenannte Altenquotient misst das Kräfteverhältnis zwischen beiden Gruppen – und damit nicht zuletzt die Robustheit des umlagefinanzierten Rentensystems.

00:01:59: Heute liegt der alten Quotient schon bei sieben und dreißig, also mehr als doppelt so hoch.

00:02:05: Noch dramatischer sehen die Zahlen bei einer Projektion für das Jahr zwei Tausend Sechzig aus.

00:02:10: Deutschland kommt auf einen alten Quottient von etwa sechzig Spanien sogar auf knapp achtzig.

00:02:18: Von Robustheit kann also keine Rede mehr sein wenn es um das System der Umlage geht.

00:02:23: Selbst die sonst eher zurückhaltenden Vertreter der Deutschen Bundesbank mahnen seit Jahren vor den sich zuspitzenden Problemen bei der gesetzlichen Rente.

00:02:33: Ohne substanzielle Anpassung, etwa beim Renteneintrittsalter, werde das umlagefinanzierte System eher früher als später an seine Grenzen stoßen.

00:02:44: Wie groß der Druck schon heute ist zeigen die Zuschüsse aus Bundesmitteln, Für das Jahr für die Bündnis des Bundesverbandes ist es nur noch ein paar Jahre.

00:02:52: In Deutschland sind die Jagengen von den ersten Jahren bis zum nächsten Jahrhundert, die aus Steuermitteln überwiesen werden sollen.

00:03:02: Das entspricht einem Viertel des Bundeshaushaltes.

00:03:07: Zum Härtetest dürfte es in den nächsten Jahren kommen wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen – die sogenannten Babyboomer.

00:03:21: ohne grundlegende Reform des Rentensystems, droht dessen Kollaps.

00:03:27: Das Thema ist nicht neu – das Misstrauen der Versicherten auch nicht!

00:03:31: Schon in den letzten Jahren saß sich Norbert Blüm damals Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung im Wahlkampf genötigt, öffentlichkeitswirksam darauf hinzuweisen, dass die Renten sicher sein.

00:03:44: Seither haben die jeweiligen Regierungen verschiedene Reformen besser Reformchen auf dem Weg gebracht.

00:03:51: So wurden two-tausend sechs, beispielsweise die Altersgrenzen heraufgesetzt und das Rentenniveau gesenkt.

00:04:00: Es wurde herumgedoktert – ein bisschen hier, ein bisschen dort.

00:04:05: Das grundlegende Problem, die dem Umlagesystem innerwohnende Schwäche ist damit allerdings kaum zu beheben.

00:04:12: Der demografische Wandel arbeitet langsam aber unerbittlich.

00:04:17: Hinzu kommt, dass die Rentenkasse zu einem Selbstbedienungsladen verkommen ist.

00:04:22: Je nach Zusammensetzung der Regierung wurden in den vergangenen Jahrzehnten großzügige Geschenke verteilt – an unterschiedliche Wählerklientel ohne das den Auszahlungen adäquate Beitragszahlungen gegenüberstünden.

00:04:37: Die Mütterrente ist so ein Beispiel.

00:04:40: Bei Weiden aber nicht das Einzige!

00:04:42: Als wäre der demografische Wandel nicht schon genug Last für das System, wurde der Rententopf immer wieder angezapft.

00:04:50: Für die wohlmeinenden Geschenke an die eigenen Wählergruppen müssen am Ende auch die Jungen gerade stehen!

00:04:57: Die Bundesbank schätzt, dass der Beitragssatz bis zum Jahr two-tausend-siebzig ohne grundlegende Reform von derzeit achtzehn Komma sechs auf stolze ein und dreißig Prozent steigen dürfte.

00:05:10: Das sind keine erbaulichen Aussichten für die Beitragszahler von heute und morgen.

00:05:16: Denn anders als ihre Eltern das tun, werden sich nur wenige von ihnen vor dem neunundsechzigsten Lebensjahr in den Ruhestand verabschieden können.

00:05:25: Die Flusskreuzfahrt muss also warten – vermutlich wird sie ganz ausfallen, weil keine Zeit und nicht genug Geld da sind!

00:05:34: Dass die Rente sicher ist, so wie von Wahlkämpfer Blüm der leider verstorben ist einst versprochen glaubt heute niemand mehr.

00:05:43: So wie wir ihn kennengelernt haben würde er derlei Wahlslogans heute gewiss nicht mehr plakatieren sondern sich energisch für die belange künftiger Generationen einsetzen.

00:05:54: Mehr denn je braucht es deshalb eine ehrliche gleichermaßen schulungslose Debatte über die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung und was zu tun isst.

00:06:04: Dabei lohnt nicht zuletzt der Blick zu unseren europäischen Nachbarn.

00:06:08: Den Schweizern oder den Niederländern zum Beispiel – die machen es deutlich besser!

00:06:15: Eines jedenfalls ist gewiss, Millionen Menschen in Altersarmut hält keine Gesellschaft auf Dauer aus.

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