Trump bleibt sich treu

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00:00:02: Trump bleibt sich treu.

00:00:05: Flossbach von Storch Podcast.

00:00:08: Der US-Präsident setzt auf Deals statt auf Regeln.

00:00:12: Sein Regierungstil schwächt demokratische Institutionen und fördert persönliche Abhängigkeiten.

00:00:19: Ein politisches Essay von Norbert F. Tovall Donald Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit bewiesen, dass er sich an seinem Wahlkampf verkündeten Politikprogramme nicht gebunden fühlt.

00:00:33: Stattdessen ist er in Tagesform abhängige Befehle und Anordnungen verliebt.

00:00:39: Donald Trump will Deals, keine allgemeinen und abstrakten Regeln wie sie etwa von Klassikern der Ökonomie wie Friedrich August Hayek vertreten werden und leitet die Anbahnung von Deals mit Beleidigungen und Erpressungen der Gegenseite ein.

00:00:55: Die Vorliebe für Deals und die erpresserische Androhung von Schadenserzeugungen folgen aus seiner frivolen Lust auf Furore und Krawall, sowie aus seiner Manie durch Befehle und Anordnungen komplexe Systeme steuern zu wollen – und das weltweit.

00:01:13: Durch das Trumpische Dealmaking wird die Schacherdemokratie, ein Begriff von Friedrich August Hayek auf die Spitze getrieben.

00:01:21: Also jene Art von Sonderinteressenverfolgung welche die Demokratie zum Geschacher der politischen Eliten und Interessenverbände deformiert.

00:01:31: Die realen Probleme können unter den Strukturbedingungen der modernen Gesellschaft jedoch nur durch allgemeine und abstrakte Regeln gelöst werden.

00:01:40: Donald Trump ist hingegen durch und durch mit dem politischen Formatfehler infiziert, eine Handlungsmethode der Kleingruppe und der persönlichen Face-to-Face Beziehungen.

00:01:51: Deals machen auf die großen anonymen komplexen und global interdependenten Verhältnisse der modernen Gesellschaft unter internationalen Beziehung zu übertragen.

00:02:04: Im US-Präsidentenwahlkampf, Warten der damalige amtierende Präsident Joe Biden und seine demokratische Partei vor einer gezielten Beschädigung der Demokratie bei einer Wiederwahl von Donald Trump und vor einem aufziehenden Faschismus in den USA.

00:02:23: Bei einem Wahlsieg von Donald Tramp drohe ein systematisches Aushebeln der Checks and Balances – also einen Umbau der US-amerikanischen Verfassungsordnung.

00:02:33: In des ist Donald Trump sicherlich kein Faschist, wie Mussolini oder Hitler.

00:02:38: Oder auch nur ein Anhänger der Geisteswelt der sogenannten konservativen Revolutionen in Deutschland von und die nicht konservativ sondern faschistisch war Und auch die Ästhetik eines Gabriele D'Annunzio, der Ninzehundertneinzehn Fiome besetzte und in dieser Kommune viele Herrschaftsformen des Faschismus pflegte.

00:03:01: Und Lebensformen der späteren, linken, nineteenhundertachtundsechziger Bewegung vor Wegnamen passten nicht zu

00:03:07: Trump.".

00:03:08: Donald Trump ist zwar ähnlich wie D'annunzios ein Meister von Fiktion-, Politik- und Populismus – ihm fehlt jedoch vollständig die literarische Bildung.

00:03:20: Um zu erkennen, dass Donald Trumps abgrundtiefe Selbstverliebtheit und seine Vorliebe für Befehle und Anordnungen die mit einer enormen Skrupellosigkeit und demagogischer Gruppheit anhergeht, demokratische Institutionen beschädigen können muss anders angesetzt werden.

00:03:39: Bereits Monate bevor Donald Trump erstmals zum Präsidentschaftskandidaten der Republikanischen Partei in den USA gekürt wurde, hatte das Flosbach von Storch Research Institute im März-Zweißen-Sechzehn Donald Trump als den Claudius Pulcher der USA charakterisiert und angemahnt dass wir sein großes Spiel, das er seit dem sechzehnten Juni zwei Tausend Fünfzehn inszeniert sehr ernst nehmen sollten.

00:04:07: Publius Claudius Pulcher, der von zweiundneunzig vor Christus bis zweundfünftig vor Christos lebte war ein Politiker in der Zerfallsphase der Römischen Republik.

00:04:18: Er stammte aus der Patrizia-Familie der Claudia.

00:04:22: Den plebeisch klingenden Namen Claudius nahm er an nachdem er sich von einem Plebea hatte adoptieren lassen um neunundfünfzig vor Kristus Volkstribunen werden zu können.

00:04:34: Eine seiner ersten Amtshandlungen als Volkstribunen bestand in der Vorlage eines Gesetzes, welches die kostenlose Abgabe von Getreide an das Volk vorsah.

00:04:44: Drei Jahre zuvor entging Claudius eine Verurteilung wegen Inzestum, weil er die geschworenen erfolgreich bestochen hatte.

00:04:53: Bei der Durchsetzung seiner Politik stützte sich Claudius auf die römische Plebs und setzte gezielt Gewalt- und Straßenkämpfe zur Zerstörung der öffentlichen Ordnung, politischen Institutionen ein.

00:05:07: Doch die römische Plebs liebte und verehrte Claudius.

00:05:11: Denn Claudius Pulcher kämpfte gegen die etablierten Eliten, die sich nach ihrer Ansicht hemmungslos bereicherten, das römisch Gemeinwesen ausbeuteten und nicht an die tradierten Sitten und Regeln hielten, die öffentlich so hochgehalten wurden.

00:05:27: Claudius stammte zwar auch aus diesem Establishment und bereicherte sich noch hemmungsloser als seine Standesgenossen, gab dieses aber ohne Charme offen zu.

00:05:38: Sein Erfolg bestand gerade darin diese Schamlosigkeit um die Verachtung der tradierten Sitten-und Regeln zum Prinzip erhoben zu haben.

00:05:47: Trump handelte schon als Medienunternehmer nach dem Erfolgskonzept von Claudius Pulcher und hatte deshalb auch keine Skopel Wochen vor der Präsidentenwahl im November, zu behaupten, dass ihm falls er die Wahl verlieren sollte, der Deep State die Wahl gestohlen habe.

00:06:07: Durch die seitärige, ständige Wiederholung dieser Lüge – der Deep State habe ihn den Wahlsieg-Zw-Z-Zig gestohlen – hält Trump zum einen den gesellschaftlichen und politischen Führer im Land am Kochen.

00:06:20: Und begründet damit derzeit Änderungen des Wahlrechts, die erstmals bei den Zwischenwahlen in November-Zweißtausendsechsundzwanzig greifen

00:06:29: sollen.".

00:06:30: Die gesellschaftliche Befriedungsfunktion von demokratischen Wahlen wird dadurch jedoch zielgerichtet, zerstört.

00:06:37: Zum anderen dient diese Lüge als Distinktions- und Disziplinierungsmittel innerhalb der republikanischen Partei.

00:06:45: Wer diese Lügen nicht vertritt oder ihr sogar offen entgegentritt ist ein Verräter und wird von Trump und seinen Anhängern verfolgt und geächtet.

00:06:55: Trump wendet damit immer und immer wieder, bis heute das gleiche Mittel an, dass im Zuge der Dreyfus-Affäre die Action Française angewendet hatte.

00:07:05: Auch hier wurde eine Lüge – der französische Offizier & Jude Alfred Drey Fuss sei ein deutscher Spionen und Verräter von Staatsgeheimnissen als Distinktions- und Disziplinierungsmechanismus in dem Sinne verwendet, Für Trump und seine Anhänger sind bis heute alle, die sich gegen die Lüge stellen – Trump sei der Wahlsieg- Twenty-Zwanzig gestohlen worden – feinde von MAGA.

00:07:36: Feinde von Make America Great Again!

00:07:39: In dieser Sichtweise werden die checks and balances der US-amerikanischen Verfassung, welche auch die politischen Handlungsmöglichkeiten eines gewählten Präsidenten begrenzen sollen als Teil des Deep State denunziert und frontal angegriffen eines Deep State, der sich gegen Maga stellt.

00:07:58: Darüber hinaus ist auf eine weitere Ähnlichkeit mit dem antiken Rom hinzuweisen.

00:08:03: Der ordoliberale Walter Eugen führte in seinen Grundsätzen der Wirtschaftspolitik aus das die Freiheit auch dadurch bedroht sei dass sich der Staat mit privaten Machtkörpern verbindet was an den Untergang des römischen Reiches erinnere.

00:08:20: Unterschiede zwischen einst und heute bestehen Aber diese Unterschiede lassen die Gefahr nur noch größer erscheinen.

00:08:28: Die Bevölkerung ist heute viel zahlreicher und lebt in größeren Massen zusammengeballt, vor allem aber besteht heute ein industriell technischer Apparat der einen Beherrschungs- und Machtinstrument darstellt das ältere Zeiten nicht kannten.

00:08:44: Die von Donald Trump inszenierte Verbindung von Big Tech und Big Government stellt ein Beherrschungs- und Machtinstrument dar, das selbst Walter Eugen wohl nicht für möglich gehalten hätte.

00:08:56: Dass sich bereits im US-Wahlkampf nicht nur die Ölindustrie sondern auch Tech-Milliardäre wie Elon Musk und Peter Thiel auf die Seite von Donald Trump geschlagen haben – und seitdem die Beziehungen zu Donald Trump in auffallender Devoteid pflegen trotz zeitweiser persönlicher Dissonanzen zwischen Trump und Musk, ist mehr als ein Indiz dafür, dass sich in den USA – in der zweiten Präsidentschaft von Donald Trump – eine ausgeprägte Günstlingswirtschaft zur Durchsetzung von Sonderinteressen entwickelt.

00:09:29: Das heißt das nicht nur die politische Gewaltenteilung und die checks and balances angegriffen werden sondern auch die gesellschaftliche Arbeits- und Machtteilungen zwischen Wirtschaft und Politik!

00:09:42: Unabhängig von der beispiellosen Selbstbereicherung der Trump-Familie in den ersten achtzehn Monaten von Trumps zweiter Amtszeit, handelt Trump nicht wie es als Präsident seiner Aufgabe wäre nach politischen Prinzipien sondern nach persönlichen ökonomischen Vorteilskalkülen.

00:10:00: Die von Ökonomen viel zitierte Interdependenz der Wirtschaftsordnung mit allen übrigen Lebensordnungen – wie Walter Eugen es formulierte bedeutet hingegen gerade nicht, dass alle übrigen Lebensordnungen die Handlungslogik der Wirtschaft annehmen sollen.

00:10:17: Die übrige Lebensordnung oder Funktionalen-Teilsysteme – Politik, Recht, Wissenschaft, Medien, Religion

00:10:25: etc.,

00:10:26: können ihre Leistung für die Gesamtordnung und damit auch für das Wirtschaftssystem nur erbringen wenn sie ihre eigene Handlungs logik bewahren.

00:10:36: Gerade in der Bewahrung der eigenen Handlungslogik, der gesellschaftlichen Teilsysteme besteht die gesellschaftliche Arbeits- und Machtteilung in offenen Gesellschaften.

00:10:46: Die in beispielloser Weise Wohlstand für alle ermöglicht hat.

00:10:51: Donald Trump probiert jedoch auf allen Ebenen, die eigenständigen Handlungs logiken von Politik Recht Wissenschaft Medien und Religion auszuhebeln Und seinen Befehlen und Anordnungen zu unterstellen.

00:11:06: Trump hat dabei schon erhebliche Schäden erzeugt.

00:11:09: Aber letztlich wird es auch dem großartigsten oder erfolgreichsten Präsidenten, den die USA je hatten in seiner verbleibenden Amtszeit nicht gelingen – die Strukturbedingungen der modernen Gesellschaft unter sein persönliches und omnipotentes Regiment zu stellen!

00:11:27: Inwieweit jedoch die amerikanischen Wähler bereits in den Zwischenwahlen im November, ist offen.

00:11:39: Falls ja, dann hat der Deep State aber bestimmt wieder Trump den Sieg gestohlen.

00:11:46: Norbert F. Tovall ist Senior Research Analyst beim Flosbach von Storch Research Institute.

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00:12:02: Kauf oder zur

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00:12:07: Die enthaltenen Informationen und Einschätzungen stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar.

00:12:13: Rechtliche Hinweise finden Sie in den Show-Notes!